Deutschlandachter
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Das "Wunder von Macon" - die Geburt des Deutschlandachter
Vor über 50 Jahren wurde der Mythos "Deutschlandachter" geboren, vorher kannte man diesen Begriff nicht. Die Vereine ruderten gegeneinander und eine Zusammenarbeit fand nur vereinzelt statt. In Ratzeburg trainierte zu dieser Zeit Karl Adam, genannt Kalli, im erst 1953 gegründeten Ratzeburger Ruderclub sehr erfolgreich Schüler und Studenten, vornehmlich im Skullbereich. In Kiel trainierte zeitgleich Karl Wiepcke, genannt Cox, sehr erfolgreich Sportstudenten im Riemenrudern. Der zweite Platz seines Achters auf der DM 1956 verhinderte eine Teilnahme an den Olympischen Spielen von 1956 in Melbourne.
Auf einer Auslandsreise Pfingsten 1958 setzten beide Ruderlehrer den Ratzeburger Doppelzweier mit Hans Lenk und Manfred Rulffs und den Kieler Riemenzweier mit Karl Heinz Hopp und Kraft Schepke in einen Vierer ohne. Dieser Vierer konnte nicht nur die Uni-Regatta in Frankreich deutlich gewinnen, sondern sollte Geschichte schreiben. Insgesamt 11 Siege in Folge, die Deutsche Meisterschaft sowie die Goldmedaille auf der Europameisterschaft waren die sportliche Bilanz. Die gesellschaftlichen Lorbeeren gipfelten in der Verleihung des "Silbernen Lorbeerblatts" 1958 durch Bundespräsident Heuß.
Dieser Vierer bildete dann den Kern für den "Ratze-Kieler Achter", der 1959 auf acht Regatten ungeschlagen und dann auf der neunten Regatta in Mainz in der endgültigen Besetzung den Sieg einfahren sollte. Mit Hans Lenk, Klaus Bittner, Karl-Heinz Hopp, Moritz von Groddeck, Kraft Schepke, Frank Schepke, Walter Schröder. Manfred Rulffs und Steuermann Willi Padge hatte sich eine historische Mannschaft gefunden.
Die Deutsche Meisterschaft konnte deutlich gewonnen, ebenso die Qualifikation für die EM eingefahren werden. Dann schrieben die acht Ruderer 1959 in Macon Rudergeschichte mit ihrem Sieg. Die Presse schrieb vom "Wunder von Macon", denn der deutsche Achter gewann am 23. August 1959 mit fast 10 Sekunden Vorsprung - mehr als 50m. Die Renngemeinschaft Ditmarsia Kiel/Ratzeburger RC wurde als "Deutschlandachter" zur "Mannschaft des Jahres" gewählt und die Crew für die Olympischen Spiele 1960 war gefunden.
Medaillenausbeute des Deutschlandachter
(seit 1960)
Olympische Spiele:
- 5 Mal Gold (1960, 1968, 1988)
- 2 Mal Silber (1964, 1996)
- 2 Mal Bronze (1972, 1992)
Weltmeisterschaften:
- 16 Mal Weltmeister (1962, 1966, 1970, 1975, 1977, 1978, 1979, 1989, 1990, 1991, 1993, 1995, 2006, 2009, 2010, 2011)
- 8 Mal Vize-Weltmeister (1978, 1982, 1983, 1987, 1989, 1998, 2002, 2007)
- 4 Mal WM-Bronze (1977, 1990, 2001, 2005)
Europameisterschaften:
- 7 Mal Europameister (1963, 1964, 1965, 1967, 1969, 1973, 2010)
- 2 Mal Vize-Europameister (1961, 1971)
- 1 Mal EM-Bronze (1969)
(keine EM von 1974 bis 2006)

